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FILLMYHEAD – interview

FILL MY HEAD als blog und zine distro ist im april 2013 zwei jahre alt geworden. zeit für ein wenig selbstbeweihräucherung. klara zorn (freut euch auf unser langweiliges 1138/totstellen split-zine im sommer 2015) hat ein kurzes interview mit mir geführt. sie stellte keine kritischen fragen.

ded
[entwurf für irgendwas]

hallo m.! ich würde gerne wissen, wie man auf die idee kommt, zehn jahre nach 9/11 einen vertrieb für (fan)zines zu gründen.
okay, also falls das eine frage war: ich hatte ende 2010/anfang 2011 zusammen mit einer freundin einen plattenversand namens TRÜMMERFRAU AKTUELL, aber das hielt nur für ein paar monate (uns wurde sehr schnell klar, dass man auch für den handel mit punkplatten startkapital braucht; außerdem hatte keiner von uns einen führerschein und das päckchenpackenundzurpostschleppen nervte extrem). das war auch ungefähr zu der zeit, in der ich das erste KALTER KAFFEE fertigschrieb und da hatte ich recht schnell klar, dass ich noch mehr mit zines rummachen will. die zwei ideen im kopf waren „zinefest veranstalten“ und „zinedistro aufziehen“, letzteres ging dann recht fix vonstatten. blog anmelden und irgendwas schreiben, zineschreibende zwecks weiterverkauf anhauen, verkaufsliste zusammenstellen. die ersten zehn flyermotive habe ich an einem nachmittag zusammengeklebt, das hat einfach bock gemacht. beim zurechtschneiden und der verbreitung der flyerkopien schlampe ich allerdings bis heute, das müsste mir mal jemand abnehmen. 9/11 war übrigens ein inside job.

wieso FILLMYHEAD/wie kam es zu der namensfindung?
der name war ein schnellschuss. ich wollte das eigentlich als TRÜMMERFRAU AKTUELL fortführen und eben zu einem reinen zine distro umstrukturieren. ein freund hatte anfangs noch lust, mitzumachen, störte sich aber leider an diesem wunderbaren namen (keine ahnung warum, vielleicht half seine oma damals beim wiederaufbau des magdeburger doms). weil ich das ding aber möglichst sofort aufziehen wollte, dachte ich mir FILL MY HEAD aus. „fill my head with useless crap“ ist nicht nur eine schöne phrase, sondern auch recht passend: soviel sinnloswissen wie beim lesen von fanzines habe ich höchstens beim lesen von fernsehprogrammheften angehäuft. FILL MY HEAD war also nicht nur eine notlösung.

wie kommt man auf die idee, fanzines zu verkaufen? ist das erstrebenswert? bleibt da was hängen? bist du mit deinem job zufrieden?
die idee kam ja auf, weil ich mein eigenes heft verteilen wollte und festgestellt habe, dass es kaum distros für fanzines gibt. und wie sangen einst die onkelz: „hilf dir selbst sonst hilft dir niemand!“ kann aber auch sein dass das von endstufe oder irgendeiner anderen band ist, aber darum geht es nicht, getreu dem tu-es-selbst-befehl der deutschrockgötter erschuf ich also mit meinen eigenen händen einen vertrieb für fanzines. heute kann ich sagen, dass das gar nicht mal so spannend ist. ich finds nachwievor gut, dass es zine distros gibt, aber es gibt echt spaßigere aktivitäten als einen versand zu unterhalten. ich beantworte jedenfalls nur ungern unpersönliche bestellmails oder packe päckchen und renn damit zur post. der coolste aspekt ist eigentlich der, dass ich durch den ganzen kram eine handvoll guter menschen kennenlernen konnte.

st2
[das büro]

was hälst du von zinefesten?
weiss ich nicht. ich glaube, um kontakte mit anderen schreibenden zu knüpfen, um sogenannte netzwerke aufzubauen, die sich jenseits von facebook bewegen bzw. auch jenseits von social media-mittelmäßigkeit handlungsfähig sind, sind zinefeste bestimmt nicht unwichtig. wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob diese möglichkeiten dann am ende auch wirklich ausgeschöpft werden. ich war bisher nur auf einem und da hatte ich leider kaum die zeit, den tag für die eben von mir angerissenen dinge zu nutzen.

generell sind die meisten zinefeste, so zumindest mein bauchgefühl,  eher artsy fartsy ausgerichtet und da fühle ich mich dann ganz schnell unwohl und gelangweilt. ich glaube das berliner zinefest zum beispiel geht auch stark in diese richtung. da war ich selbst noch nicht vorstellig, habs mir aber für dieses jahr vorgenommen. die leute vom three chords magazine hatten vor ein paar jahren eins gemacht, das war eher zeckenorientiert, mit punkbands und skatecontest, da könnte auch mal wieder was nachkommen.

in deutschland gibt es wenig zinefeste, da geht in bspw. kanada oder england viel viel mehr.  ist aber nicht schlimm: lieber keins als eins das mich nicht anspricht. alles in allem fänd ichs aber schon schön, wenn auf dem gebiet mal mehr passieren würde. langweilige doomkonzerte und illegale technoparties im wald gibts doch auch jedes wochenende.

gut, dass du die erwartungen deiner kunden so mit füßen trittst!
du hättest ruhig noch direkter auf mich einstechen können. was sind das eigentlich für seichte, gefällige fragen?
du sprichst sicher auf kalter kaffee zwei an. das ist fertig, wenn es fertig ist. aber deshalb mache ich das zine alleine. das war auch wirklich der ursprüngliche gedanke: ich habe meinen eigenen rhythmus und meine durststrecken und ich kann nur schwer kompromisse eingehen, also mach ich das komplett alleine. so kann ich selbst angesetzte deadlines auch locker sprengen, ohne dass mich irgendjemand volllabert.

was können wir in zukunft erwarten?
wer ist wir?
meine wünsche fürs kommende halbe jahr: mehr arbeitsdisziplin, weniger liebeskummer. FILL MY HEAD als fanzine distro wird gegen ende diesen jahres dicht gemacht, ich habe mittlerweile das interesse daran verloren, zines anzukaufen und weiterzuverteilen, der blog wird aber so unregelmäßig wie immer weitergeführt. vielleicht findet sich auch jemand, der den distro übernehmen will, das fänd ich ja am besten.
ansonsten: irgendwann halt das kalter kaffee zwei und die siebte ausgabe des 1138. das wird richtig gut. für 2014 will ich gerne das leipziger zinefest wieder aufleben lassen, mal schauen, ob die anderen orgacrewheinis auch wollen und/oder ob sich gar neue leute dafür begeistern lassen.

zum abschluss deine top 5  zines?
eine top 5 habe ich nicht, aber gut und relativ aktuell sind: seven inches to freedom, nur über meine leiche, anti-everything.

danke!
danke für alles.

nairobi five degree #03

nairobi five degree #03
a5 // 42 seiten // deutschsprachig // 2012

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seit einiger zeit ist dann auch endlich der nächste wurmfortsatz des NAIROBI FIVE DEGREE genies karlo karriere (glas-wasser-theorie) unter dach und fach. warte, wie nennt man das nochmal? per-zine oder irgendwie so, genau. gäben wir jemals einen fick auf diese bezeichnung, die dritte ausgabe würde dieser gerecht werden.

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es werden bukowskieske arbeitserfahrungen (respekt @ c., ich habs da nur für zwei nächte ausgehalten) gesammelt, wohnzimmerinterviews mit SIGFRIED & ROID RAGE und DEAD HAND geführt, danach fotografiert man sich noch ein wenig durch das derzeit völlig zu unrecht gehypte leipzig (bitte sucht euch einen anderen ort zum studieren aus, bitte), und gegen ende wird das ganze ins bekannt-beliebte nfdlayout verpackt.

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leider finden sich in der obligatorischen playlist MERCHANDISE wieder. c. du kannst mich mal kreuzweise, ey die sind doch nuuuur scheisse.

aber trotzdem über coming-up-for-air[at]web.de oder dem unvergleichlichen fill my head-netzladen zu beziehen.