ein leben im gestern: dear jesus #37

dear jesus #37
a4 // 24 seiten // englischsprachig // 1990

zu den grundguten BORN AGAINST habe ich ja hier schonmal etwas geschrieben, dieses mal solls primär, aber nicht nur, um ein längst begrabenes zine namens dear jesus gehen.

herausgegeben wurde das von sam mcpheeters, zu zeiten des zines parallel auch sänger bei ——– BORN AGAINST. und genauso wie songtexte und tonträgerlayout seiner band war auch das dear jesus frei von bloßer unterhaltung und randvoll mit politisch radikal linken ideen/gedanken, eben anti-staat, anti-patriot, anti-sexist und vor allem anti-religion, immer verbunden mit einem ziemlich eigenen humor.

allerdings hat mich diese ausgabe, im gegensatz zur der darauffolgend erschienenen, eher gelangweilt, und das liegt bestimmt nicht nur an der leider fehlenden eulogy 7″ (AAAAAAAAAAAAARRGH!!!!!!!!!!!!!!). die leserbriefe sind ja noch ganz lustig zu lesen (das zine ist von 1990 klingelklingel, und da ging dieser krishna-müll im hc bzw. die diskussion darüber grade erst los), die interviews mit nem abc no rio konzertveranstalter oder zwei schreiber_innen vom maximum rock’n’roll dagegen habe ich vorsichtshalber nur überflogen. ein aus westdeutschland zugeschickter artikel setzt sich mit dem mauerfall, dem aufkommenden neonaziproblem, besetzten häusern, konzerten von gehypten amibands und straight edge auseinander….wohlgemerkt alles in einem artikel!!

in der heftmitte eine BORN AGAINST postercollage, danach noch eine handvoll plattenreviews.. (oh junge, da kam grad YOUTH OF TODAYs „disengage“ 7″ raus!) zum abschluss auf den letzten beiden seiten noch die „fuck rock“ kolumne gegen missliebige bands und weswegen BORN AGAINST viel cooler ist. da wird schließlich auch kurz nochmal auf die legendäre radiosendung eingegangen, in der sich mit SICK OF IT ALL und AGNOSTIC FRONT mitgliedern rumgestritten wurde.

wie weiter oben schon angedeutet, war dem heft ursprünglich noch eine 2-song-7″ von BORN AGAINST beigelegt, die bei meinem exemplar fehlt. echt schade, wo mit „eulogy“ auf der a-seite doch einer der besten stücke der band überhaupt enthalten ist (mal so nebenbei: der musikalische ursprung von „eulogy“ basiert auf einem song der new yorker hardcoreband CLENCHED FIST, bei denen auch zufälligerweise 2 leute spielten, die ein paar jahre später zeitweise BORN AGAINST angehörten). auf der b-seite  findet sich noch der eher mäßige coversong „riding with mary“ (im original von der punkband X).

sam mcpheeters betreibt mittlerweile einen blog und schreibt u.a. fürs – würg – vice magazine. außerdem hat er vom dear jesus ein anthology book veröffentlicht, welches alle ausgaben als ganzes zusammenfasst.

um das ganze abzuschließen noch ein kleines historisch wertvolles livevideo: BORN AGAINST performen „eulogy“, 1992 im ajz nagold. und das ist ja so unendlich geiler als alle tristen/substanzlosen UNBROKEN/REFUSED/AT THE DRIVE-IN reunions zusammen.

eulogy
there was this friend of mine, needed something we couldn’t give convenient
answers and a cheap way out killed himself without actually dying, took a
blunt lie and gouged out his mind. and i won’t accept that he’s found the
answers to those questions i’ll be trying to solve until i die. and i can’t
accept that he’s somehow „better off“ because the answers aren’t that simple
we always assumed he wasn’t either. and i want his beautiful religion to burn
because steve’s dead… i wasn’t offered the chance to say goodbye.

Eine Antwort zu “ein leben im gestern: dear jesus #37

  1. und ich vergesse immer wieder mir was von Born Against zu besorgen.

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