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fillmyheadzinedistro = tot
zine distros und mailorder die mir auf die schnelle einfallen: microsleep, kink records, heavy mental. chriz von MASSENMÖRDER ZÜCHTEN BLUMEN zine (tot) und TRY TO WAKE UP WITH A SMILE ON YOUR FACE! zine (lebendig) ist mit posicore im aufbau. xefoyx zieht irgendwann nach. ansonsten bin ich etwas raus aus dem thema, auf der suche nach derzeit aktiven zine distros kann euch dieses duckduckgo sicher besser weiterhelfen.

fillmyheadblog = tot
unregelmäßig ohne distro weitergebloggt wird dort –> KKD.

zinefest berlin
ist datiert, schaut hier.
zinefest1_041112
(gekritzelt von rolf schroeter beim berliner zinefest 2012, gefunden auf berlin.urbansketchers)

statistiken

was so gesucht wird, um hier zu landen. die drei schönsten suchbegriffe des laufenden quartals:

„interview mit einer trümmerfrau“
„nächste schlampe in leipzig sofort ficken“
„mein bruder junkie ich straight edge“

auch gut: „freunde die sich nicht melden“ (hust) und „wie betreibe ich mein eigenes diy punk label“.
schon längst ein klassiker: „fickt euch alle selber“.

und jetzt alle laut lachen.

büro für mentale randale präsentiert

DIE AXT #01. killkillkillkillkill.
todays-pigs-tomorrows-bacon-tshirt_design

FILLMYHEAD – interview

FILL MY HEAD als blog und zine distro ist im april 2013 zwei jahre alt geworden. zeit für ein wenig selbstbeweihräucherung. klara zorn (freut euch auf unser langweiliges 1138/totstellen split-zine im sommer 2015) hat ein kurzes interview mit mir geführt. sie stellte keine kritischen fragen.

ded
[entwurf für irgendwas]

hallo m.! ich würde gerne wissen, wie man auf die idee kommt, zehn jahre nach 9/11 einen vertrieb für (fan)zines zu gründen.
okay, also falls das eine frage war: ich hatte ende 2010/anfang 2011 zusammen mit einer freundin einen plattenversand namens TRÜMMERFRAU AKTUELL, aber das hielt nur für ein paar monate (uns wurde sehr schnell klar, dass man auch für den handel mit punkplatten startkapital braucht; außerdem hatte keiner von uns einen führerschein und das päckchenpackenundzurpostschleppen nervte extrem). das war auch ungefähr zu der zeit, in der ich das erste KALTER KAFFEE fertigschrieb und da hatte ich recht schnell klar, dass ich noch mehr mit zines rummachen will. die zwei ideen im kopf waren „zinefest veranstalten“ und „zinedistro aufziehen“, letzteres ging dann recht fix vonstatten. blog anmelden und irgendwas schreiben, zineschreibende zwecks weiterverkauf anhauen, verkaufsliste zusammenstellen. die ersten zehn flyermotive habe ich an einem nachmittag zusammengeklebt, das hat einfach bock gemacht. beim zurechtschneiden und der verbreitung der flyerkopien schlampe ich allerdings bis heute, das müsste mir mal jemand abnehmen. 9/11 war übrigens ein inside job.

wieso FILLMYHEAD/wie kam es zu der namensfindung?
der name war ein schnellschuss. ich wollte das eigentlich als TRÜMMERFRAU AKTUELL fortführen und eben zu einem reinen zine distro umstrukturieren. ein freund hatte anfangs noch lust, mitzumachen, störte sich aber leider an diesem wunderbaren namen (keine ahnung warum, vielleicht half seine oma damals beim wiederaufbau des magdeburger doms). weil ich das ding aber möglichst sofort aufziehen wollte, dachte ich mir FILL MY HEAD aus. „fill my head with useless crap“ ist nicht nur eine schöne phrase, sondern auch recht passend: soviel sinnloswissen wie beim lesen von fanzines habe ich höchstens beim lesen von fernsehprogrammheften angehäuft. FILL MY HEAD war also nicht nur eine notlösung.

wie kommt man auf die idee, fanzines zu verkaufen? ist das erstrebenswert? bleibt da was hängen? bist du mit deinem job zufrieden?
die idee kam ja auf, weil ich mein eigenes heft verteilen wollte und festgestellt habe, dass es kaum distros für fanzines gibt. und wie sangen einst die onkelz: „hilf dir selbst sonst hilft dir niemand!“ kann aber auch sein dass das von endstufe oder irgendeiner anderen band ist, aber darum geht es nicht, getreu dem tu-es-selbst-befehl der deutschrockgötter erschuf ich also mit meinen eigenen händen einen vertrieb für fanzines. heute kann ich sagen, dass das gar nicht mal so spannend ist. ich finds nachwievor gut, dass es zine distros gibt, aber es gibt echt spaßigere aktivitäten als einen versand zu unterhalten. ich beantworte jedenfalls nur ungern unpersönliche bestellmails oder packe päckchen und renn damit zur post. der coolste aspekt ist eigentlich der, dass ich durch den ganzen kram eine handvoll guter menschen kennenlernen konnte.

st2
[das büro]

was hälst du von zinefesten?
weiss ich nicht. ich glaube, um kontakte mit anderen schreibenden zu knüpfen, um sogenannte netzwerke aufzubauen, die sich jenseits von facebook bewegen bzw. auch jenseits von social media-mittelmäßigkeit handlungsfähig sind, sind zinefeste bestimmt nicht unwichtig. wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob diese möglichkeiten dann am ende auch wirklich ausgeschöpft werden. ich war bisher nur auf einem und da hatte ich leider kaum die zeit, den tag für die eben von mir angerissenen dinge zu nutzen.

generell sind die meisten zinefeste, so zumindest mein bauchgefühl,  eher artsy fartsy ausgerichtet und da fühle ich mich dann ganz schnell unwohl und gelangweilt. ich glaube das berliner zinefest zum beispiel geht auch stark in diese richtung. da war ich selbst noch nicht vorstellig, habs mir aber für dieses jahr vorgenommen. die leute vom three chords magazine hatten vor ein paar jahren eins gemacht, das war eher zeckenorientiert, mit punkbands und skatecontest, da könnte auch mal wieder was nachkommen.

in deutschland gibt es wenig zinefeste, da geht in bspw. kanada oder england viel viel mehr.  ist aber nicht schlimm: lieber keins als eins das mich nicht anspricht. alles in allem fänd ichs aber schon schön, wenn auf dem gebiet mal mehr passieren würde. langweilige doomkonzerte und illegale technoparties im wald gibts doch auch jedes wochenende.

gut, dass du die erwartungen deiner kunden so mit füßen trittst!
du hättest ruhig noch direkter auf mich einstechen können. was sind das eigentlich für seichte, gefällige fragen?
du sprichst sicher auf kalter kaffee zwei an. das ist fertig, wenn es fertig ist. aber deshalb mache ich das zine alleine. das war auch wirklich der ursprüngliche gedanke: ich habe meinen eigenen rhythmus und meine durststrecken und ich kann nur schwer kompromisse eingehen, also mach ich das komplett alleine. so kann ich selbst angesetzte deadlines auch locker sprengen, ohne dass mich irgendjemand volllabert.

was können wir in zukunft erwarten?
wer ist wir?
meine wünsche fürs kommende halbe jahr: mehr arbeitsdisziplin, weniger liebeskummer. FILL MY HEAD als fanzine distro wird gegen ende diesen jahres dicht gemacht, ich habe mittlerweile das interesse daran verloren, zines anzukaufen und weiterzuverteilen, der blog wird aber so unregelmäßig wie immer weitergeführt. vielleicht findet sich auch jemand, der den distro übernehmen will, das fänd ich ja am besten.
ansonsten: irgendwann halt das kalter kaffee zwei und die siebte ausgabe des 1138. das wird richtig gut. für 2014 will ich gerne das leipziger zinefest wieder aufleben lassen, mal schauen, ob die anderen orgacrewheinis auch wollen und/oder ob sich gar neue leute dafür begeistern lassen.

zum abschluss deine top 5  zines?
eine top 5 habe ich nicht, aber gut und relativ aktuell sind: seven inches to freedom, nur über meine leiche, anti-everything.

danke!
danke für alles.

TRY TO WAKE UP WITH A SMILE ON YOUR FACE! zine #02 + #03

seit über einem halben jahr „neu“ im sortiment sind die zweite und die dritte ausgabe des TRY TO WAKE UP WITH A SMILE ON YOUR FACE! egozines aus berlin. gebe ich für 1,50€ das stück heraus. ich stelle beizeiten beide ausgaben nochmal genauer vor.

fanzine-index.de startet neu

andreas dölling hat seine seite, den fanzine-index, komplett überarbeitet:

Ich habe nun zum ersten Mal seit 2007 die Zeit gefunden
bzw. mir genommen, alles komplett zu überarbeiten – 
nicht nur das Layout (das finde ich eher weniger wichtig),
sondern vor allem Konzept und zugrundeliegende Technik.

Für euch ganz kurz die wichtigsten Punkte als Stichworte:

1) fanzine-index.de bleibt unkommerziell und frei.

2) User sind jetzt nicht mehr an ein Fanzine gekoppelt –
jede(r) an Fanzines Interessierte, also z.B. auch Autoren,
kann sich anmelden.

3) Wie bei Wikipedia kann jeder Zines eintragen
und bearbeiten.

4) Jeder User kann ein eigenes Profil anlegen
und dort auch angeben, welche Fanzines er/sie herausgibt
oder für welche Zines er/sie Beiträge geliefert hat.

5) fanzine-index.de konzentriert sich jetzt auf Print-Zines.

6) Bei fanzine-index.de können jetzt auch nicht mehr
erscheinende Zines eingetragen werden.

ich fand die alte oberfläche schöner anzusehen. schade, dass die auf der alten version eingetragenen nicht automatisch übernommen wurden. gut, dass sich in zukunft auf print-zines beschränkt wird. und schön, dass es weitergeht.

DERBE LEBOWSKI – remove your mask (kassette)

es ist einfach wunderbar: die süßen blagen von DERBE LEBOWSKI (für konzerte an derbelebowski[at]gmx.de wenden) spendieren uns einen tonträger. doch wo soll man da anfangen?

vielleicht bei etwas anderem als der darauf enthaltenden musik. mit einem kleinen abriss der bandgeschichte zum beispiel.
aus übermut irgendwann 2011 gegründet, fand man recht schnell einen namen (damals noch DERBE MARCUSE), aber noch lange nicht zu einem ansatzweise anhörbaren zusammenspiel. es rumpelte, jaulte und nervte, aber powerviolence in gut war das nicht. zu der zeit gab es dann auch einen augenzwinkernd verpackten aber ernsthaft geführten wettstreit zwischen gitarrist marvin und mir, wer denn in der steileren powerviolenceband hängt. wenn kleine jungs spielen. mittlerweile darf ich neidlos verkünden, dass sie das rennen gewonnen haben, während wir uns noch vor dem ersten höhenflug konsequenterweise auflösten. genau, durch kontinuierliches feilen an den eigenen skills und essentieller rückbesinnung auf die regeln der einbahnstraßenmusik powerviolence entwickelten sich DERBE LEBOWSKI zu einer der wenigen hörenswerten bands dieser sparte.

dhl
[die deutschen posterbois des aktuellen powerviolencekults]

hier nun das langerwartete debut: ein 18-lieder-fassender quell  ideenreicher rocksongs. danke dafür. der an den großen sido angelehnte titel leitet erstmal fehl, denn, wie schon andauernd erwähnt, ist das hier powerviolence. so richtig klassisch noch. keine ewig langgezogenen moshparts, jeder anflug in richtung bumsbudenhardcore wird sofort wieder durch schnelles geratter zerstört. wenn die gitarre plump aber effektiv hin-und-her-schrubbt, der basslauf als solcher nicht mehr erkennbar ist weil er lieber rundum-zerstört, das schlagzeug ein bullenknüppel-auf-sitzblockadenkopf-orchester übertönt und der singsang sekundenweise von gemütlich bäuerlich auf todesschrei eines kleinkindes wechselt, ja dann läuft halt irgendwas von slap-a-ham oder eben DERBE LEBOWSKI.

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[das deckblatt]

auch textlich findet man zum glück null innovation vor. in punkbekannter lyrikform wird über irgendetwas rumphilosophiert, zur abgrenzung von diesem oder jenem aufgerufen, die dummheit der masse thematisiert und noch so vieles mehr schlüssig ausgeführt. die band nimmt kein blatt vor den mund. es werden heiße eisen angepackt. aber mal ehrlich und ernsthaft: lieber so und somit ausgelutscht, als permanent belangloses von sich zu geben. es ist zurzeit so unglaublich uncool, aber ich sehe/höre lieber eine band, die noch ein bißchen was zu sagen hat, als thrashcore mit „witzigen“, zum kotzen ironischen songtexten. ein p.c.-turn täte „der szene“ eigentlich mal ganz gut.

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[alles andere]

minuspunkte gibt es für den schlechten bandnamen und der fülle an samples. was live angenehm auflockert, nervt beim durchhören brutalst und ist in dieser musiksparte zu einer ganz spießigen und faden angelegenheit verkommen. ein stilmittel, welches von bands, deren lieder so langweilig komponiert wurden, dass man sie nur noch mittels samples etwas aufwerten konnte, zu sehr strapaziert wurde. ich kann und will sowas einfach nicht mehr hören.

für den optischen glanz sorgte ein alter bekannter und die labellanze wurde gerecht in zwei handliche prügel zerbrochen und sowohl SKULL WITCH als auch MUSTARD MUSTACHE in die klauen gedrückt. dort kann man denn das tape kaufen. oder eben direkt die band anschreiben. review ende.

[zusatzinformation: vor kurzem hier live gesehen. spätestens, als der schlagzeuger die anderen zu einem etwas langsameren, koordinierteren zusammenspiel ermahnte, wussten wir (meine peergroup und ich), dass hier grad etwas richtiges und gutes passierte. live noch besser als auf tape.]